Collaboration vs. cooperation

Kollaboration ist beliebtes Thema vieler Veranstaltungen und oft genannter Wert von Unternehmen. Doch es ist kein großes Wunder, dass diese Form der Zusammenarbeit nicht wirklich in der Tiefe wirkt.

Denn es geht den Menschen nicht um Kollaboration.

Die Natur der Kollaboration ist das Zusammenarbeiten für ein gemeinsames Ziel. So war es früher und beschreibt vor allem, was Kollektive in ihrer Zusammenarbeit ausmacht. Die Verwirklichung des Einzelnen ist diesem kollektiven Bewusstsein und seinen Zielen untergeordnet. Doch in einer Welt der digitalen Verbundenheit und der globalen Vernetzung, nicht nur der Internet der Dinge, sondern auch der Menschen die sie benutzen, geht es vor allem um die Verbindung. Also um “Konnektive” die wir schaffen statt um Kollektive. “Konnektive”, also Menschen, die in echter Verbindung zueinander stehen, die kollaborieren nicht. Diese Menschen gestalten gemeinsam auf Augenhöhe.

Menschen möchten kooperieren.

Die Natur von Kooperation ist das Gleichgewicht zwischen den Zielen der Gruppe und den Zielen des Individuums. Menschen streben grundsätzlich nach Gemeinschaften, die ihnen strukturelle Sicherheit und Geborgenheit in einer Gruppe und einer Aufgabe bieten und die gleichsam Raum für die persönliche Entwicklung schaffen.

In der Zusammenarbeit von Unternehmen ist die Begriffswahl schon korrekt gewählt

Unternehmen, die miteinander erfolgreich kooperieren, verhalten sich nach Gesetzmäßigkeiten, die ihnen ihre Würde, unternehmerische Integrität und Selbstbestimmung sichert. Sehr selten wird von einem Kollaborationsvertrag gesprochen, dann meist bei einem spezifischen Projekt. Viel öfter gehen ganze Unternehmen einen Kooperationsvertrag ein, weil er genau diese positiven Gesetzmäßigkeiten schon in der Namensgebung ausdrückt.

Und das bedeutet beim Menschen?

Warum sollte das in der Art der Zusammenarbeit zwischen freien und selbständig denkenden Menschen in Unternehmen irgendwie anders sein? Wer das in seiner Personalarbeit nicht grundsätzlich versteht und verankert, der braucht sich über mangelnde Nachhaltigkeit von Maßnahmen nicht wundern. Gleichsam ist es eine Grundentscheidung, die Bedürfnisse und Integrität des Unternehmens und der Mitarbeiter in Balance zu setzen. Ob das wirklich getan wird, zeigt sich nicht in den alltäglichen Entscheidungsprozessen, sondern vor allem dann, wenn Handlungsdruck entsteht.

Stellen wir uns das also in einer typischen Situation unter Druck mal vor: A sagt nun zu B: “Ich bitte Dich um Deine Kollaboration!”. Das klingt vertraut, bedeutet es doch ganz einfach die Bitte, dass B mitarbeitet und sich einbringt. Diese Einfachheit der “Ansage” ist es auch, warum sich der Begriff “Collaboration” international in den Unternehmen so etabliert hat. Wie fühlt sich das bei Kooperation an? A sagt zu B: “Ich bitte Dich um Deine Kooperation!”

Geht es Ihnen so wie mir? 

Da steigt ein leicht fahles Gefühl im Magen auf. Noch mehr bei der Variante: “Ich bitte Dich zu kooperieren!”.

Die Bitte nach Kollaboration fühlt sich also stimmiger an, als die Bitte nach Kooperation. Wie passt das mit meinem Plädoyer für Kooperation zusammen? Ganz einfach, weil das, was in der Zusammenarbeit heute noch real passiert, eben der “Kollaboration” viel näher kommt. Es fühlt sich vertrauter an, das Kind auch beim Namen zu nennen, denn da weiß man, wo man dran ist. “Ich bitte Dich um Deine Kooperation” fühlt sich nur dann stimmig an, wenn das Vertrauen grundsätzlich besteht, dass der Bittende auch die Gesetzmäßigkeiten der Kooperation befolgt. Und das ist heute noch selten der Fall. Einfacher ausgedrückt: Derjenige, der Kooperation einfordert, muss eben auch selbst kooperieren wollen. Dazu darf er den Adressaten seiner Bitte nicht einfach nur zum Erfüllungsobjekt seiner Bedürfnisse machen. Wie das bei Entscheidungen unter Druck so der Fall ist, rufen wir dort meist die Verhaltensmuster ab, die wir vorher am meisten praktiziert und/oder geübt haben. Hierarchie und Distanz wirken dann im Vordergrund und bieten keinen Spielraum für kooperative Arbeit auf echter Augenhöhe. Um genau das zu ändern ist es notwendig, unser Fähigkeit für Verbundenheit und Präsenz zur täglichen Übung zu machen.

Vom Erlebnis zum Handeln

Es bedarf zunächst eines überzeugenden Erlebnisses das zeigt, dass die Qualität einer kooperativen Gemeinschaft der Schlüssel zu einer bestmöglichen Zusammenarbeit ist. Wenn Menschen in Verbindung miteinander gehen, dann stellt sich kooperative Zusammenarbeit automatisch ein, weil die Balance aus Verbundenheit mit mir selbst, Verbundenheit mit der Aufgabe und mit der Gemeinschaft aktiv er- und gelebt wird. Das passiert in der musikalischen Interaktion ganz unbewusst und daher braucht es eine Transferleistung des Erlebnisses zu Erkenntnissen, die uns die Erfahrung kognitiv und mit allen Sinnen verarbeiten lässt. Mit der damit geschaffenen Bereitschaft zur Veränderung bedarf es letztlich nur noch der Übung.

Genau dazu bieten wir vom 16. bis 18. August 2019 im Seminarhaus Kapellenhof im Rhein-Main-Gebiet unserer Train-The-Trainer. Anlässlich unseres 15-jährigen Jubiläums einmalig mit 15% Rabatt zum Sonderpreis von 1.274,15€ netto inkl. 2 Übernachtungen und Verpflegung. Seminarleiter werden sowohl Sabine Vieten als Head-Trainer der Drum Cafe Academy als auch Matthias Jackel, Gründer von Drum Cafe und der Drum Cafe Academy sein.

Ganz wichtig:

Man muss nicht musikalisch sein, um die positiven Effekte gemeinsamer musikalischer Interaktion zu erkennen und sie sich für seine eigene Arbeit zu erschließen.

Wir freuen uns auf 3 außergewöhnliche Tage voller Musik, Inspiration und tiefer Verbundenheit. Bei Interesse senden Sie uns bitte einfach eine Email an info@drumcafe.de

PS Wenn Sie diesen Blog erst später entdeckt haben: Wir bieten diesen Kurs immer wieder als offene Veranstaltung an und gerne auch als geschlossenes Training zum Festpreis ab 12 Führungskräften, Trainern und/oder Personalentwicklern Ihres Unternehmens. Auch hier freuen wir uns über Ihre Nachricht an info@drumcafe.de

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